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Global Markets Sunday News
Wall Street unter Druck
Für die Finanzplätze verlief die vergangene Woche recht turbulent. Denn die Berichtssaison bietet jede Menge Gelegenheiten, Unternehmen für ihre Geschäftszahlen abzustrafen. Die Indizes behaupteten sich jedoch recht gut, da sich der Ausverkauf hauptsächlich auf Technologie- und Softwaretitel konzentrierte, die der Markt als Verlierer des KI-Booms betrachtet. Ausgehend von der anhaltenden Unsicherheit ist in den kommenden Tagen weiterhin mit Volatilität zu rechnen – je nachdem, wie die nächsten Geschäftszahlen ausfallen.
Tops der Woche
Lumentum +40,87 %: Der Anbieter von optischen Komponenten und Lasersystemen verzeichnete ein deutlich besseres 2. Quartal mit stark gestiegenen Umsatzerlösen und einer Rückkehr in die Gewinnzone. Daraufhin revidierten die Analysten von B. Riley ihre Einschätzung, sprachen eine Kaufempfehlung aus und hoben das Kursziel deutlich an.
Woodward +22,23 %: Der US-Hersteller von Energiesteuerungssystemen für die Luft- und Raumfahrt legte starke Zahlen vor und hob auch den Ausblick für 2026 an.
McKesson +14,13 %: Der US-amerikanische Pharmagroßhändler veröffentlichte solide Ergebnisse mit über den Erwartungen liegendem Umsatz und Nettogewinn. Zudem wurde die Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben angepasst.
GSK +17,13 %: Im Zuge einer Restrukturierung streicht der britische Pharmakonzern in Großbritannien und den USA bis zu 350 Stellen in der Forschung und Entwicklung. Im Jahr 2025 wurden gute Fortschritte erzielt und das Unternehmen rechnet auch für 2026 mit einer anhaltend positiven Dynamik, nicht zuletzt dank der gerade erteilten EU-Zulassung für das Medikament Nucala zur Behandlung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).
Soitec +20,99 %: Der in Grenoble ansässige Hersteller von Halbleitermaterialien machte nach einem über den Erwartungen liegenden 3. Quartal wieder Boden gut und rechnet für das 4. Quartal mit einem Wachstum von rund 20%.
Pandora +11,98 %: Zwar veröffentlichte der Schmuckhersteller für 2026 einen eher enttäuschenden Ausblick, doch stößt die angekündigte Umstellung auf Platinbeschichtungen am Markt auf positive Resonanz. Damit will das Unternehmen dem Risiko extremer Preisschwankungen auf dem Silbermarkt begegnen.
Carlsberg +12,78 %: Der dänische Brauereikonzern gab für das Geschäftsjahr 2025 ein um 5% gestiegenes operatives Ergebnis bekannt. Der Kurs profitierte zudem vom möglichen Börsengang des Indien-Geschäfts.
ArcelorMittal +11,35 %: Die Geschäftszahlen für 2025 litten unter den US-Zöllen und dem Rückgang der Automobilproduktion in Europa. Der Stahlhersteller zeigte sich jedoch zuversichtlich, im laufenden Jahr wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren zu können.
Flops der Woche
BFF Bank -44,99 %: Die auf den Ankauf von Forderungen von Unternehmen gegenüber der öffentlichen Verwaltung spezialisierte italienische Bank geriet nach dem Ausscheiden des bisherigen Vorstandsvorsitzenden, dessen Amt interimistisch Giuseppe Sica übernimmt, und einem angekündigten Plan zum Risikoabbau des Factoring-Portfolios (Rückstellungen, Wertberichtigungen) in schweres Fahrwasser. Zugleich revidierte die Bank ihre Ziele für 2026 nach unten und verwies auf eine neue strategische Planung für das 2. Halbjahr.
Strategy -9,87 %: Die Aktie des Unternehmens, dessen einziger Zweck in der Hortung von Bitcoin besteht, wurde vom Absturz der Kryptowährungen mitgerissen. Der Bitcoin fiel diese Woche unter die Schwelle von 60.000 USD.
Volvo Cars -23,52 %: Nach einem als sehr schwach eingeschätzten Quartal, das von Preiskämpfen, Zöllen und Wechselkurseffekte geprägt war, wurde der schwedische Automobilhersteller heftig abgestraft, zumal das Unternehmen auch keine Dividende ausschüttet. Infolgedessen senkten mehrere Broker ihr Kursziel. Die Analysten von DNB Carnegie stuften die Aktie auf Halten herab und Citi/UBS blieben bei ihrer Verkaufsempfehlung.
Gartner -25,42 %: Der Kurs des auf Analyse- und Beratungsdienstleistungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien fokussierten Unternehmens brach ein, nachdem der Ausblick für 2026 trotz eines ordentlichen 4. Quartals als zu konservativ eingeschätzt wurde – ein Szenario, das die UBS für möglich gehalten hatte, mit Verweis auf den vorsichtigeren Ton und eine Neuausrichtung.
PayPal -23,29 %: Für den Titel ging es nach Veröffentlichung eines enttäuschenden Ausblicks für 2026 steil bergab. Nach dieser Meldung musste CEO Alex Chriss seinen Hut nehmen.
AppLovin -14,03 %: Die neuen KI-Tools von Anthropic (Claude Cowork) lösten im Softwaresektor Panik aus, denn der Markt geht davon aus, dass künstliche Intelligenz den Sektor und die bisherige Akteursstruktur in naher Zukunft grundlegend umwälzen wird.
Novo Nordisk -20,04 %: Der dänische Hersteller der Abnehmmedikamente Wegovy und Ozempic musste einen Kursrutsch hinnehmen, nachdem der Ausblick für 2026 als zu schwach eingeschätzt worden war. Hinzu kam für das Unternehmen zunehmender Preisdruck in den USA. Novo reagierte mit einem Aktienrückkaufprogramm und rechtlichen Schritten gegen die Telemedizin-Plattform Hims & Hers wegen einer illegal hergestellten „Billigkopie“ von Wegovy.
Stellantis -26,25 %: Schmerzhafter Neustart für den Automobilhersteller: Das Geschäftsjahr 2025 belasteten Abschreibungen in Höhe von 22 Mrd. EUR, und Stellantis zieht nun die Reißleine bei seiner Elektrostrategie.
Melexis -16,47 %: Nachdem der belgische Entwickler von Chips für die Automobilindustrie für 2026 einen konservativen Ausblick vorgelegt hatte, verlor die Aktie trotz eines geringfügig besseren 4. Quartals an Terrain.
Wolters Kluwer -14,17 %: Der niederländische Informationsdienstleister ist nur eines von vielen Unternehmen der Softwarebranche, die einen Kurssturz hinnehmen mussten, nachdem Anthropic die Einführung spezialisierter KI-Plugins für juristische Anwendungen angekündigt hatte. Der Markt sieht den gesamten Sektor als Verlierer des KI-Booms
Rohstoffe
Energie: Der Ölmarkt befindet sich in einer äußerst turbulenten Phase. Angesichts der diplomatischen Spannungen im Nahen Osten sind die Rohlölpreise sehr volatil. Rohöl der Sorte Brent notiert bei ca. 68 USD, die US-Referenzsorte WTI im Bereich von 63 USD je Barrel. Gespannt verfolgen die Anleger die Verhandlungen zwischen den USA und Iran in Oman. Die Ankündigung des Treffens schickte die Preise zunächst auf Talfahrt, da sich der Markt eine Deeskalation erhofft. Dennoch herrscht weiterhin Skepsis. Denn die Gräben zwischen den Parteien sind tief: Während Teheran über sein Atomprogramm sprechen möchte, geht es der Trump-Regierung vor allem um Irans ballistisches Raketenprogramm und seinen Einfluss in der Region. Sollten die Gespräche scheitern, könnte der geopolitische Risikoaufschlag unmittelbar zurückkehren, zumal kürzliche Vorfälle wie die Zerstörung einer iranischen Drohne daran erinnern, wie angespannt die Lage ist.
Metalle: Das Segment der Edelmetalle präsentiert sich ohne klare Richtung. Das zeigen die erratischen Entwicklungen der Preise für Gold, Silber, Platin und Palladium. Auf plötzliche Preisstürze folgen steile Erholungen, und die Märkte ächzen unter den jüngsten massiven Spekulationen. In der abgelaufenen Woche sank der Goldpreis auf einen Tiefststand von rund 4.400 USD je Feinunze, bevor er sich wieder auf ca. 4.900 USD erholte. Trotz dieser Achterbahnfahrt sind die Fundamentaldaten bei Edelmetallen nach wie vor intakt, insbesondere bei Gold. Dazu tragen die Käufe der Zentralbanken, geopolitische Risiken und die Nachfrage nach Fluchtwerten bei. Bei den Industriemetallen hat sich der Preis für eine Tonne Kupfer in London bei ca. 12.900 USD eingependelt. Die Bergbauriesen Rio Tinto und Glencore beendeten die Gespräche über eine Fusion. Denn Glencore hält sein Kupfergeschäft bei den gebotenen Konditionen für unterbewertet. Aus der Fusion wäre der weltweit größte Bergbaukonzern hervorgegangen.
Agrarrohstoffe: Der Kaffeepreis sinkt und Futures auf Arabica und Robusta fielen diese Woche um rund 10%. Verantwortlich dafür ist die solide weltweite Angebotsentwicklung angesichts der Rekordernte, die in Brasilien erwartet wird. Der Maispreis in Chicago ist mit 432 Cent robust, genau wie der Weizenpreis, der sich bei 535 Cent stabilisiert (Kontrakte mit Fälligkeit März 2026).
Makroökonomie
Marktstimmung: Die Unsicherheit belastete zunächst Technologiewerte und weitete sich anschließend auf Edelmetalle aus. Insgesamt sind die Märkte jedoch in relativ guter Verfassung. Die Anleger kehren den Märkten nicht vollkommen den Rücken zu, sondern schichten in andere Segmente um, allen voran in Mid Caps. Dabei geben sie Substanzwerten zunehmend den Vorzug vor Wachstumstiteln. Obwohl dies allgemein zu beobachten ist, wenn die Marktteilnehmer eine Rezession befürchten, liegen die Dinge in diesem Fall anders. Die attraktiven Bewertungsniveaus tragen maßgeblich zu dieser Rotation bei, zumal die Analysten ihre Gewinnprognosen für Mid Caps und Small Caps kräftig angehoben haben. Dementsprechend dürfte der S&P 500 von nun an von den darin enthaltenen 493 Aktien getragen werden, während die Glorreichen Sieben sich von ihren Bestmarken verabschieden.
Kryptowährungen: Dritte turbulente Woche in Folge für die Kryptoanleger: Vor dem Hintergrund der Risikoaversion und anhaltender, ja wachsender Befürchtungen hinsichtlich der Bewertungsniveaus der im KI-Sektor tätigen Tech-Giganten ging es für den Bitcoin, der in den letzten Jahren oft eine starke Korrelation mit dem Nasdaq gezeigt hatte, seit Montag auf Talfahrt. Im Wochenverlauf verlor er 13%, seit Jahresbeginn gar 25%. Seit seinem im vergangenen Oktober erreichten Allzeithoch von 126.000 USD büßte er sage und schreibe 47% ein. Der BTC hat also innerhalb von nur vier Monaten rund 60.000 USD verloren und damit die gesamte seit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus erzielte Performance zunichte gemacht. Ähnlich trübe sieht es bei den Bitcoin-Spot-ETFs aus, die diese Woche Nettoabflüsse in Höhe von 1,2 Mrd. USD verzeichneten. Auch für die anderen Kryptowährungen galt wie so oft: Wenn der BTC wankt, zieht er den gesamten Markt mit nach unten. Der Ether (ETH) verlor im Wochenverlauf 15% und fiel wieder unter 2.000 USD, der Solana (SOL) gab um 18% auf rund 80 USD nach und der Binance Coin (BNB) fiel um 16% auf 637 USD. Beruhigend ist indes, dass es im Bitcoin-Netzwerk keine Zwischenfälle, Verzögerungen oder technischen Fehler gab, die den Kursverfall erklären könnten. In dem aktuell von Risikoaversion geprägten Umfeld trennen sich die Anleger zuallererst von den als am volatilsten wahrgenommenen Assets, und die Kryptowährungen stehen automatisch an vorderster Front dieser massiven Verkäufe.
Ausblick
Was für eine Woche! Die Volatilität ist definitiv zurück, genau wie wir im letzten Börsen-Update befürchtet hatten. Die Haltung der Anleger zu künstlicher Intelligenz ist dabei, sich zu wandeln. Während die Sorglosigkeit schwindet, wachsen die Zweifel, inwieweit KI die Wirtschaft grundlegend verändern kann. Dieser Doppeleffekt hat in bestimmten Marktbereichen Spuren hinterlassen, insbesondere bei Softwareanbietern, deren Kursverluste auch Risikoanlagen (Kryptowährungen) oder extrem überbewertete Anlagen (Silber) massiv in Mitleidenschaft zogen.
Welche Highlights gibt es nächste Woche? Die Berichtssaison ist in den USA in vollem Gang und nimmt in Europa an Fahrt auf. Diesseits des Atlantiks präsentieren Siemens, BP, Kering, AstraZeneca, Hermès International und L’Oréal ihre Ergebnisse. In den USA sind Coca-Cola, Cisco Systems, T-Mobile US, McDonald’s und Applied Materials an der Reihe. Wichtige Konjunkturdaten gibt es vor allem am Dienstag (Einzelhandelsumsätze und US-Lagerbestände im Großhandel) und am Mittwoch (Inflationsrate in China sowie monatliche Daten zum US-Arbeitsmarkt).