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Global Markets Sunday News
Volatilität auf allen Ebenen
Trotz kurzzeitiger Rekorde an den US-Börsen zeigten sich die Finanzmärkte diese Woche nervös, nachdem einige Unternehmen wie Microsoft und SAP in Europa enttäuschende Zahlen veröffentlicht hatten. Rohstoffe und Devisen waren sehr volatil und die Inflation in den USA scheint sich hartnäckig zu halten. Die Ernennung von Kevin Warsh zum US-Notenbankchef in einigen Wochen könnte sich positiv auswirken. Doch die Unsicherheit wird vermutlich anhalten, zumal die Berichtssaison noch nicht beendet ist
Tops der Woche
OHB +72,83 %: Der deutsche Raumfahrt- und Technologiekonzern verzeichnete ein deutliches Kursplus, nachdem das Unternehmen Gespräche mit Rheinmetall über die Beteiligung an zukünftigen öffentlichen Ausschreibungen für ein militärisches Satellitennetzwerk im erdnahen Orbit bestätigt hatte. Grund für die Anlegerbegeisterung ist die Konsolidierung der europäischen Raumfahrtindustrie, in der auch OHB nicht im Abseits stehen will.
Seagate +17,8 %: Die Aktie des Anbieters von Speicherlösungen legte im Wochenverlauf zu. Das Unternehmen hatte über Erwarten gute Geschäftszahlen und einen soliden Ausblick vorgelegt. Dieser wird vor allem von der Nachfrage bei Rechenzentren und KI getragen. Auch einige andere Hersteller von Speicherchips – darunter Sandisk – konnten glänzen.
Fugro +21,86 %: Der Kurs des Geodaten-Spezialisten zog an, wozu nicht zuletzt positivere Einschätzungen der Analysten beigetragen hatten. So stufte Oddo BHF die Aktie auf Outperform hoch und hob das Kursziel an. Auch Jefferies korrigierte sein Votum auf Halten nach oben und erhöhte sein Kursziel. Der Markt erkennt darin ein Zeichen für bestehendes Aufwärtspotenzial.
Puma +16,97 %: Für den deutschen Sportartikelhersteller ging es bergauf, nachdem sich Anta durch die Übernahme der von der Familie Pinault gehaltenen Aktien am Unternehmen beteiligt hatte. Der Markt setzt auf den strategischen Aktionär, der insbesondere die Entwicklung in China vorantreiben soll. Doch ist die Begeisterung aktuell noch etwas gedämpft, da es zu keiner vollständigen Übernahme gekommen ist.
Royal Caribbean +13,47 %: Nachdem der Kreuzfahrtriese solide Zahlen und einen über den Erwartungen liegenden Ausblick für 2026 vorgelegt hatte, erhielt die Aktie Auftrieb. Das Unternehmen rechnet mit einer weiterhin sehr starken Nachfrage. Auch strategische Ankündigungen (genehmigtes Joint Venture in Japan, Bestellungen neuer Schiffe) und angehobene Analystenschätzungen trugen zum Kursplus bei.
Nexity +15,69 %: Das französische Immobilienunternehmen profitierte von der Aufnahme einer staatlichen Maßnahme zur Ankurbelung des Wohnungsbaus und der Investitionen in Mietwohnungen in den Entwurf für das Finanzgesetz. Der Markt erkennt für den Sektor nun wieder eine höhere Prognosesicherheit.
Fnac Darty +17,36 %: Die Aktie legte im Laufe der Woche zu, nachdem eine freundliche Übernahme durch die EP Group des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky angekündigt worden war. Diese wird vom Verwaltungsrat einstimmig befürwortet und vor dem Hintergrund einer sich verändernden Aktionärsstruktur als defensive Reaktion betrachtet.
ABB +11,55 %: Der Energie- und Automatisierungstechnikkonzern profitierte von Auftragseingängen (Kernkraft in Kanada, Geothermie in den USA), soliden Geschäftszahlen und Prognosen sowie von der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms. Der Kursentwicklung kommen darüber hinaus angehobene Ziele und eine Kaufempfehlung der Analysten von Kepler Cheuvreux zugute.
Flops der Woche
Dometic -22,98 %: Der schwedische Hersteller von Caravan-Installationen und Camping-Equipment hat den Markt mit seinen Ergebnissen für das letzte Quartal 2025 sehr enttäuscht. Das schwierige Konsumumfeld veranlasste die Anleger zur Vorsicht.
UnitedHealth -19,46 %: Die US-Krankenversicherer wurden schwer abgestraft, nachdem Donald Trump für 2027 nur eine minimale Erhöhung der Erstattungssätze für das Medicare-Advantage-Programm in Aussicht gestellt hatte. Der Markt hatte mit einer Anhebung von 5 bis 6% gerechnet, die Trump-Regierung kündigte jedoch lediglich eine Aufstockung um 0,09% an. Infolgedessen waren die Versicherer gezwungen, ihre Prognosen mitten in der Berichtssaison nach unten zu korrigieren.
Medincell -22,74 %: Die von dem französischen Biotech-Unternehmen für das von Teva vermarktete Medikament Uzedy veröffentlichten Umsatzzahlen fielen enttäuschend aus, denn sie blieben hinter der Prognose zurück. Die von Medincell realisierbaren Lizenzgebühren sind abhängig vom Umsatz gestaffelt.
Eramet -15,17 %: Ungeachtet des Potenzials, das sich aus einer möglichen Monetarisierung der Vermögenswerte von Eramet Lithium ergibt, betrachten die Analysten von Portzamparc die jüngste Aufwertung der Aktie des Bergbau- und Metallurgiekonzerns als übertrieben. Bei einem Kursziel von 58 EUR senkte das Research-Haus seine Empfehlung von Halten auf Reduzieren.
SAP SE -13,82 %: Zwar veröffentlichte der Konzern durchaus solide Zahlen für das Geschäftsjahr 2025, doch zog der Markt angesichts des KI-Booms die Robustheit des Geschäfts in Zweifel. Insgesamt leiden Softwareanbieter weiterhin unter der Konkurrenz durch Hardwarehersteller. Letztere sieht der Markt als kurzfristig besser positioniert, um mit KI Gewinne zu erzielen.
Fresnillo -11,18 %: Der Gold- und Silberminenbetreiber hat zwar seine Förderziele für Gold im Jahr 2025 übertroffen, aber dennoch seine Produktionsprognosen für 2026 nach unten korrigiert. Die seit mehreren Monaten anhaltende Kursrally weckt bei den Anlegern hohe Erwartungen – und das zu Recht.
Signify -16,23 %: Der niederländische Anbieter von Beleuchtungslösungen veröffentlichte schwache Geschäftsjahreszahlen und will nach einer gründlichen Bestandsaufnahme seines Geschäfts das Ruder herumreißen. Das gleichzeitig angekündigte Kostensenkungsprogramm reichte offenbar nicht aus, um den Markt zu beruhigen.
Microsoft -7,65 %: Die Cloud-Sparte Azure ist im Berichtsquartal um 39% gewachsen, also geringfügig schwächer als im Vorquartal (+40%). Die nach wie vor recht guten Zahlen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Markt das zukünftige Wachstumspotenzial in einem besonders wettbewerbsintensiven Sektor kritisch hinterfragt.
Rohstoffe
Energie: Die Ölpreise schlossen zum Monatsende überaus fest. So überschritt der Preis für die Nordseesorte Brent kurzzeitig die symbolische Schwelle von 70 USD und erreichte damit den höchsten Stand seit August letzten Jahres. Seit Jahresbeginn ist er um etwa 14% gestiegen, und die US-Referenzsorte WTI folgte auf dem Fuße. Letztere wird aktuell mit rund 65 USD pro Barrel gehandelt. Der Anstieg ist vor allem auf die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zurückzuführen. US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf Teheran in Bezug auf dessen Atomprogramm erhöht und mit militärischen Maßnahmen gedroht. Die Entsendung von US-Schiffen in die Region schürte die Nervosität der Anleger. Am gefährdetsten ist die Straße von Hormus, durch die täglich 20 Millionen Barrel Rohöl transportiert werden. Vor diesem von Volatilität geprägten Hintergrund kommen die Mitglieder der OPEC+ am Sonntag zu ihrer nächsten Sitzung zusammen. Nach Angaben mehrerer Delegierter dürfte das Kartell beschließen, die Fördermengen im März nicht zu erhöhen.
Metalle: Nach den historischen Rekordständen am Donnerstag verzeichneten die Preise für Kupfer, Gold und Silber am Freitag eine deutliche Korrektur. Denn angesichts der Erholung des US-Dollars und der Entwicklung der geldpolitischen Erwartungen in den USA kam es zu massiven Gewinnmitnahmen. Der Kupferpreis knackte am Donnerstag erstmals die Marke von 14.500 USD pro Tonne. An diesem Handelstag legte das Metall um 11% zu. Am Freitag kehrte sich der Trend jedoch um. Der Preis sank auf 13.465 USD und somit um 1,1% innerhalb des Handelstages. Dennoch liegt Kupfer seit Monatsanfang immer noch ca. 6% im Plus. Die Fundamentaldaten sind unverändert solide, da das Angebot begrenzt und die strukturelle Nachfrage hoch ist. Auch Gold und Silber gaben einen Teil ihrer jüngsten Gewinne wieder ab. Gold markierte mit 5.595 USD je Feinunze am Donnerstag einen neuen Rekord. Anschließend verbilligte es sich um 7% auf etwa 5.030 USD am Freitag. Silber verzeichnete eine deutlichere Korrektur. Nach dem historischen Rekord von 121,65 USD je Feinunze brach der Preis um mehr als 16% ein und fiel unter die 100-USD-Marke. Donald Trump hat Kevin Warsh als neuen Fed-Chef nominiert. Die Märkte gehen davon aus, dass Warsh aggressiven Zinssenkungen eher skeptisch gegenübersteht. Diese Einschätzung stützt den US-Dollar, und ein stärkerer Dollar verteuert Metalle für Anleger, die in anderen Währungen zahlen, was wiederum auf den Preis drückt.
Agrarrohstoffe: Weizen bleibt in Chicago im Aufwind. Eisige Temperaturen bedrohen die Winterernten in der Ukraine und in den USA. Beim weltweit führenden Exporteur Russland verzögern sich die Ausfuhren durch die schlechten Witterungsbedingungen an den Häfen im Schwarzen Meer, sodass die Exportpreise steigen. Vor diesem Hintergrund zeigte der Weizenpreis die gesamte Woche über eine gute Entwicklung und notiert nun bei ca. 542 Cent (Kontrakt mit Fälligkeit im März 2026)
Makroökonomie
Marktstimmung: Die Nachrichten überschlagen sich und sorgen für Unruhe bei Finanzanlagen. Die Ergebnisse von Microsoft stießen auf Enttäuschung und lösten deutliche Kursverluste an den Aktienmärkten aus. Bei Edelmetallen kam es dagegen nach einem besonders guten Jahresstart zu Gewinnmitnahmen. Die US-Notenbank Fed hielt auf der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses am Status quo fest. Zudem nominierte Donald Trump am Freitag Kevin Warsh zum Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der Notenbank. Der US-Dollar reagierte positiv auf die Nominierung. Die langfristigen US-Renditen gingen leicht zurück, wenngleich der Trend bei zehnjährigen US-Staatsanleihen bei über 4,20% positiv bleibt.
Kryptowährungen: Eine weitere schlechte Woche für den Bitcoin: Die marktführende Kryptowährung rutschte seit Montag um fast 5% ab, nachdem sie in der Vorwoche bereits 7,5% eingebüßt hatte. Damit verlor der BTC innerhalb von nur einer Woche über 10.000 USD an Wert. Allein am Donnerstag verzeichneten die Bitcoin-Spot-ETFs Nettoabflüsse von mehr als 817 Mio. USD – für die börsennotierten Produkte der schwächste Handelstag seit dem 20. November und der viertschlechteste Tag seit ihrer Einführung Anfang 2024. Ausschlaggebend für die Schwäche ist vor allem ein ungünstiges makrofinanzielles Umfeld. In den vergangenen Wochen haben die geopolitischen Spannungen erneut zugenommen, insbesondere im Zusammenhang mit den von Trump angedrohten Zöllen und expansionistischen Bestrebungen. Zugleich standen Risikoanlagen – und hier vor allem Krypto-Assets – angesichts einer befürchteten KI-Blase zunehmend unter Druck. In der Vergangenheit hatten sich Kryptowährungen vor allem in einem Umfeld mit niedrigen Zinsen, einer ruhigen geopolitischen Lage und hoher Risikobereitschaft positiv entwickelt. Im Jahr 2026 sind wir von einer derartigen Konstellation aber noch weit entfernt. Wie so oft zog die rückläufige Entwicklung des BTC auch den übrigen Kryptomarkt nach unten. Der Ether (ETH) fiel um 2,5% auf rund 2.700 USD, der Solana (SOL) gab 2% ab und schloss bei 116 USD. Auch der XRP rutschte um 5% auf rund 1,76 USD ab.
Ausblick
Risikoanlagen, von Aktien über Rohstoffe bis hin zu Devisen, entwickeln sich wieder volatil. Die Nervosität um den US-Dollar nach den widersprüchlichen Äußerungen der Trump-Regierung, Aufruhr an den japanischen Anleihemärkten, Spekulationen über Edelmetalle und durchwachsene Signale bei den Unternehmensergebnissen sorgen für Verwirrung. Die Nominierung von Kevin Warsh, der in einigen Wochen Jerome Powell als Fed-Chef ablösen soll, wurde begrüßt oder wird zumindest gemessen an den anderen Kandidaten als weniger extreme Lösung gewertet.
Die Unternehmensergebnisse fielen gemischt aus. Die heftige Diskussion über die Rentabilität von Investitionen in künstliche Intelligenz gehen unvermindert weiter und schicken Technologieaktien auf Achterbahnfahrt.
Nächste Woche stehen die aktuellen Zahlen von Palantir, Walt Disney, AMD, Alphabet, Eli Lilly, Novartis, BNP Paribas und Amazon auf dem Programm.
Bei den Konjunkturdaten werden die Zinsentscheidung der EZB (Donnerstag) und die monatlichen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt (Freitag) erwartet.