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Global Markets Sunday News
Droht das nächste Zollchaos
Die Kluft zwischen Europa und den Vereinigten Staaten wird immer größer. Die europäischen Börsen blicken erneut auf eine positive Woche mit mehreren Rekorden zurück. Dagegen kämpft die Wall Street weiter gegen die Besorgnis an, dass der KI-Boom zu einer Disruption führen könnte. Und obwohl die US-Indizes seit mehreren Wochen weitgehend seitwärts tendieren, zeigen sich zwischen den einzelnen Sektoren ausgeprägte Performance-Unterschiede.
Tops der Woche
Kratos Defense & Security +7,88 %: Das Unternehmen profitierte von neuen Verträgen mit Airbus Defence sowie mit dem US-Verteidigungsministerium über die Lieferung von Satelliten und Hyperschall-Drohnen. Damit besteht für die Geschäftsbereiche Raumfahrt und Verteidigung nun wieder eine höhere Prognosesicherheit.
Moderna +18,09 %: Das US-Biotechnologieunternehmen hat für seinen Covid-19-Impfstoff mNexspike die EU-Zulassung erhalten. Darüber hinaus hat die US-Arzneimittelbehörde FDA mit der Prüfung des Zulassungsantrags für den neuartigen Moderna-Grippeimpfstoff begonnen und BioNTech reichte eine Patentverletzungsklage ein.
Moncler +12,47 %: Der italienische Luxusgüterkonzern konnte seinen Umsatz im 4. Quartal um 7% steigern. Dazu trugen vor allem die Märkte in Asien und Amerika bei.
BAE Systems +10,01 %: Der Rüstungskonzern verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 ein Gewinnplus von 9% und einen Rekordauftragsbestand im Wert von 84 Mrd. GBP. Dass die geopolitischen Spannungen wieder zugenommen haben, kam darüber hinaus dem gesamten Sektor zugute.
Air France-KLM +7,12 %: Die Fluggesellschaft veröffentlichte stark verbesserte Geschäftszahlen, deren Entwicklung durch die rückläufigen Ölpreise gestützt wurde.
Orange +3,47 %: Der Konzern hat seine Prognose für den organischen Cashflow angehoben. Orange begründet diesen Schritt mit der Konsolidierung seines spanischen Joint Venture MasOrange sowie dem Wachstum im Bereich Cybersicherheit.
Flops der Woche
Carrefour -2,36 %: Die von der Einzelhandelskette veröffentlichten Zahlen verfehlten die Erwartungen. Beeinträchtigt wurden sie durch Währungseffekte sowie die Konsolidierung von Cora und Match.
Bayer -5,01 %: Dem deutschen Konzern zufolge soll seine Monsanto-Sparte 7,25 Mrd. USD zahlen, um die bezüglich des Pflanzenschutzmittels Roundup in den USA anhängigen Rechtsstreitigkeiten beizulegen.
Walmart Inc. -8,14 %: Der Einzelhandelsriese legte einen konservativen Ausblick für 2026 vor und verwies in diesem Zusammenhang auf den angesichts des instabilen Umfelds auf den Verbrauchern lastenden Druck. Die Unternehmensleitung will mit einer vorsichtigen Grundhaltung in das Jahr starten.
Nexans -8,36 %: Der Kabelhersteller wurde abgestraft, denn die für das Jahr 2025 veröffentlichten Zahlen blieben hinter den Erwartungen zurück und auch der Ausblick fiel enttäuschend aus.
Eramet #VARIA_4752##: Nachdem der Bergbaukonzern für 2025 einen Nettoverlust von 477 Mio. EUR bekannt gegeben und eine Kapitalerhöhung angekündigt hatte, begab sich die Aktie auf Talfahrt.
Rohstoffe
Energie: Die Ölpreise zeigten in der abgelaufenen Woche einen starken Anstieg. Während die Nordseesorte Brent mehr als 71 USD kostete, erreichte das US-Pendant WTI mit über 66 USD den höchsten Stand seit August. Die Anleger preisen angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran eine immer höhere Risikoprämie ein. In der Tat bestimmt die geopolitische Lage im Nahen Osten die Nachrichtenlage. Die US-Regierung erhöht den Druck auf Teheran, um eine neue Vereinbarung über das iranische Atomprogramm zu erzielen. Donald Trump hat ein Ultimatum von 10 bis 15 Tagen gesetzt und droht mit einem Militärschlag, sollten die Verhandlungen scheitern. Trotz der Gespräche in Genf akzeptiert der Iran nach Ansicht von US-Vizepräsident J.D. Vance die amerikanischen Forderungen nicht. Eine Entspannung scheint daher nicht in Sicht. Das Szenario eines kurzen oder längeren Konflikts sorgt für besondere Beunruhigung unter den Marktteilnehmern, da er eine Gefahr für die Energieinfrastruktur im Persischen Golf darstellt. Das Hauptrisiko betrifft die Straße von Hormus. Denn eine Blockade dieser strategisch wichtigen Passage würde einen schweren Angebotsschock bewirken.
Metalle: Edel- und Industriemetalle entwickelten sich diese Woche in unterschiedliche Richtungen. Gold legte aufgrund der geopolitischen Spannungen zu, während der Kupferpreis angesichts des Überangebots einknickte. Der Goldpreis bewegt sich im Bereich der symbolischen Marke von 5.000 USD je Feinunze. Anleger bevorzugen diesen Fluchtwert in Anbetracht der wachsenden Unsicherheit durch den Streit zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Die zunehmenden Spannungen stärken auch den US-Dollar, was dem Segment der Industriemetalle einen Dämpfer versetzt. Der Kupferpreis fiel in London auf 12.800 USD (Spotpreis), zusätzlich belastet durch einen Anstieg der Vorräte und die geringere Handelsaktivität aufgrund des chinesischen Neujahrsfests, an dem die Märkte in China geschlossen bleiben.
Agrarrohstoffe: Der Kakaopreis setzt seine rasante Talfahrt fort. Verantwortlich für diese Abwärtsspirale sind die erwartete Angebotsverbesserung aufgrund der günstigen Witterungsbedingungen für die Ernten in Westafrika und die lahmende Nachfrage. Der Sojapreis erreichte in Chicago diese Woche ein Dreimonatshoch bei 1.153 Cent je Scheffel (Kontrakt mit Fälligkeit Mai 2026). Am Markt wird eine Ausweitung der Käufe durch China erwartet. Auch Weizen verteuerte sich auf 569 Cent je Scheffel (Kontrakt mit Fälligkeit Mai 2026), während Mais bei rund 438 Cent notiert.
Makroökonomie
Marktstimmung: Diese Woche warteten die Anleger gespannt auf zwei wichtige Konjunkturindikatoren: das Wirtschaftswachstum und die Teuerungsrate in den Vereinigten Staaten. Im 4. Quartal wuchs das BIP mit +1,4% gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur halb so stark wie erwartet. Der im vergangenen Herbst über 43 Tage andauernde Shutdown der US-Regierung hat sich offenbar nachteilig auf die Wirtschaftstätigkeit ausgewirkt. Die Konsumausgaben stiegen in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 um lediglich 2,4%. Im Vorquartal hatte die Zuwachsrate noch bei 3,5% gelegen. Zugleich legte der US-Verbraucherpreisindex im Dezember gegenüber dem Vorjahr um 3% und damit stärker als erwartet zu – der deutlichste Anstieg seit Februar 2025. Die Anleger hegen jedoch nach wie vor Zweifel am Wachstum. Diese Woche sank die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen kurzzeitig unter 4% und erreichte damit den im bisherigen Jahresverlauf niedrigsten Stand. Kann man also nun von weiteren Zinssenkungen der US-Notenbank Fed ausgehen? Wie das diese Woche veröffentlichte Protokoll der Januar-Sitzung zeigt, herrscht hierüber alles andere als Klarheit. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses scheinen sich mehrheitlich für eine Beibehaltung des Status quo auszusprechen. Darüber hinaus hat der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten in einem am Freitag gefällten Urteil die von Donald Trump verhängten Zölle für unrechtmäßig erklärt. Jedoch ist mit einer Reaktion des Weißen Hauses zu rechnen, denn der US-Regierung stehen noch andere rechtliche Möglichkeiten offen, um ihre Zollpolitik weiterhin durchsetzen zu können.
Kryptowährungen: Für den Bitcoin ging es die fünfte Woche in Folge bergab. Während dieses Zeitraums fiel die marktführende Kryptowährung um 28% von 93.500 auf 67.000 USD – eine eiskalte Dusche für die Anleger. Seit Wochenbeginn gab der BTC knapp 3% ab. Gleiches gilt für die Bitcoin-Spot-ETFs: Ebenfalls die fünfte Woche in Folge schrumpfte das in den BTC-gekoppelten börsennotierten Produkten verwaltete Gesamtvermögen – dieses Mal um weitere 400 Mio. USD. Vor dem Hintergrund der Entwicklung der letzten Wochen überrascht es daher kaum, dass das Kryptouniversum nach wie vor unter der an den Märkten herrschenden Risikoaversion leidet: Die Anleger stoßen Positionen in Tech-Titeln und damit auch Krypto-Assets ab und orientieren sich neu. Der Ether (ETH) verlor diese Woche 1,58% und notierte zuletzt bei rund 1.930 USD. Der Solana (SOL) gab um 4,26% auf etwa 82 USD nach, während der XRP 5,75% an Wert einbüßte und auf 1,39 USD zurückfiel.
Ausblick
Nach Erstellung dieses Börsen-Updates fragten wir uns, welche Themen wohl nächste Woche von Interesse sein könnten. Denn die Berichtssaison neigt sich dem Ende zu (auch wenn die Ergebnisveröffentlichung von Nvidia am Mittwoch ein wichtiges Ereignis sein wird) und bis zum Monatsende stehen keine bedeutenden Konjunkturdaten an. Zum Glück gibt es Neuigkeiten vom Supreme Court, der die Zölle von Donald Trump gekippt hat. Die Entscheidung war seit Wochen erwartet worden und mit einer Reaktion des Weißen Hauses ist zu rechnen. Dort verfügt man über andere rechtliche Mittel, um die Zölle wieder einzuführen.